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Re: The sleeping Sun
von Archibald am 18.04.2020 18:59
Geheimnis in den Ruinen
Am vergangenen Freitag berichteten Augenzeugen von sonderbaren Vorgängen in den Ruinen. Der geheimnisvolle Kult, der in dieser Stadt praktiziert wird, lenkt abermals Aufmerksamkeit auf sich. Und eine Frage wird offenbar: Womit haben wir es hier zu tun? Verlorene Seelen im Mondlicht, oder gefährliche, willenlose Schafe, die jedem Befehl Folge leisten würden?
Um die Mitglieder wird nur gemunkelt und keiner derer, die unter Verdacht stehen Eingeweihte zu sein, wagt es zu sprechen, darum möge die Leserschaft verzeihen, wenn ich nur berichten kann, was zwei verschreckte Spaziergänger berichten konnten. Es ist nicht viel, wohl aber eine pittureske Szene, die allein genügt um mir noch immer Schauder über den Rücken zu jagen:
Zwischen grauen Mauerresten im Licht des Vollmondes steht ein Mann auf einer Empore, einen Kranz aus Licht auf dem Haupt. Unheimliche Schatten tanzen auf seinen Zügen, aber seine Augen glitzern, während er mit erhobenen Händen predigt. Latein, mag man vermuten, und ein Choral aus Anhängern Antwortet eintönig auf jede seiner Parolen.
Priesterinnen treten hinzu, gehüllt in knochenweiße Gewänder, offenes Haar wallt über ihre Schultern. Geisterhafte Gestalten, die um den predigenden Judas schweifen, den Boden in Wein tränken, als wollten Sie das Blut unseres Retters verhöhnen und Rauch aus flachen Schüsseln in die Menge fächeln wie heidnischen Göttern zur Ehre.
Möge der Herr uns beistehen bei dem, was in dieser Stadt vor sich geht. Ihr verbundenster Berichterstatter
- Sir A. Fitzgerald.
Re: The sleeping Sun
von Archibald am 10.04.2020 19:20
Die Wahrheit über die Cloothie-Brüder
Wild und schön ist das Land, rau und ungezügelt. Und wie die Natur, so die Menschen, heißt es. Hier, an den Grenzen unseren Kulturkreises, ist es zuweilen schwer, Recht und Unrecht, Wahrheit und Lüge zu erkennen.
Was also hat es mit den Morden der Cloothie-Brüder und ihrem eigenen Ableben auf sich? Wie ist es geschehen? Wo liegen Recht und Unrecht?
Um einen Blick darauf zu werfen, wurden die Tagblatt-Berichte diverser Zeitungen der Umgebung und die Aussagen des US-Marhsals Henry Holliday verglichen, und wider erwarten, zeichnet sich ein sehr eindeutiges Bild vom geschehen – die Wahrheit schimmert in ihrem Lichte auch durch den Schmutz am Rande der Welt, unter dem sie verborgen lag.
Der Beginn der Geschichte liegt in einem Städtchen, nicht weit von hier. Ein Massaker rief die damaligen Marshals von Tombstone, Holliday und die Earp-Brüder, auf den Plan um zu ermitteln. Ein Dutzend Tote, viele Verletzte, und die Urheber schienen eine Bande zu sein, die sich selbst die Cowboys nannte. Diese einfallslosen Burschen hatten schon damals einen furchtbaren Ruf – Alkoholexzesse und einen Hang zur Gewalt wurde ihnen unterstellt, und beides zusammen scheint zu dieser Tragödie geführt zu haben.
Das nächste Ziel der Cowboys war Tombstone selbst und um diverse Übergriffe einzudämmen griffen die Marshals wiederholt ein. Sie schafften es mehrfach Ruhe zu stiften, doch das blieb nicht von Dauer. Ein weiterer Mord durch die Cowboys und als die Hüter der Ordnung davon erfuhren, schritten sie zur Tat. Sie hatten die Absicht, die Brüder zu stellen und gefangen zu nehmen. Dabei aber kam es zu einer Schießerei. Die Cloothie-Brüder und Morgan Earp zählten zu den Opfern des Scharmützels, Virgil Earp wurde schwer verwundet und verstümmelt.
Bis zu diesem Tage suchen die verbliebenen Marshals nach den Tätern um endlich einen Abschluss schaffen und Gerechtigkeit bringen zu können. Um Mithilfe der Bevölkerung wird gebeten, sollte einer der Cowboys gesichtet werden. Ebenso wird zur Vorsicht vor diesen Kriminellen aufgerufen.
-Sir A. Fitzgerald.
Re: The sleeping Sun
von Archibald am 10.03.2020 23:30
Richtigstellung
Wie bereits im vorigen Blatt erwähnt, kam es zu einer kleinen Auseinandersetzung zwischen meiner Wenigkeit und der örtlichen Obrigkeit. Der Konflikt wurde beigelegt und der vorausgegangene Artikel über den Cloothie-Mord wird bald mit einem ausführlchen Interview der Gegenseite so dargestellt, dass der holden Leserschaft eine eigene Reflexion der Ereignisse überlassen werden möge. Den Ruf der Marshalls zu untermauern ist durchaus nicht mein Ziel gewesen und möge nicht so aufgefasst werden.
In Verehrung der Freiheit und des freien Wortes und dem geneigten Leser einen wundervollen Tag,
Sir A. Fitzgerald.
Re: The sleeping Sun
von Archibald am 07.03.2020 13:23
Marshalls ermorden Cloothie-Brüder
Von der Unzulänglichkeit exekutiver Gerechtigkeitsumsetzung im wilden Westen
Ein furchtbares Verbrechen sei an ihnen verübt worden, erklärt die Mutter, Misses Constance Cloothie unter Tränen. Die ganze Familie läge in tiefer Trauer und zweifle an den Gesetzeshütern ihrer Zeit.
Einer von vielen unaussprechlichen Fällen im unzivilisierten Land der Wilden. Wo die neue Welt Möglichkeiten und Träume zu eröffnen versprach, darbt sie an Gewalt und mangelnden Sitten. Ein Land im Chaos, in dem die Sünde barbusig auf dem Grab des guten Anstandes tanzt - ein Land des Teufels fürwahr!
Nicht lange ist es her, dass Marshall Wyatt Earp unter Beihilfe seines Busenfreundes John Henry Holliday, genannt Doc Holliday, die Gebüder Cloothie in Dodge City erschossen hat. Von verschiedenen Seiten wurden die schießwütigen Tendenzen der Marshalls bestätigt.
Wer wird ihr nächstes Opfer? Und wer sorgt für Gerechtigkeit, wenn die dafür eingesetzten Männer dem Wahnsinn ihrer Umgebung anheim fallen? Wo sind die guten Männer hin, die einst ihr Land verließen um auf diesem Grund und Boden eine neue, ehrliche und gottesfürchtige Zukunft für sich und ihre Familien zu erschaffen?



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